Fuehrung

Die Ernte des Saatgutes – professionell, rechtzeitig, baumschonend.

Die Zapfen der Nadelbaumarten sowie der Laubbaumart Schwarzerle (Alnus glutinosa) werden überwiegend von stehenden Bäumen durch speziell ausgebildete Zapfenpflücker geerntet. Ebenso werden Zapfenpflücker für Ernten bei der Vogelkirsche, Linde, Hainbuche, Esche, Ahorn, etc. eingesetzt.

 

Zapfenpflücker
Zapfenpflücker-Lehrgang in Wolfgang 1926
Schon um die Jahrhundertwende war die Herkunft unser Anliegen! Zapfenpflücker wurden ausgebildet, um von den höchsten und vitalsten Bäumen genetisch hochwertiges Saatgut zu ernten.

 


Fichtenzapfenernte 2004
Klettereinsatz bei Saatguternte Bild von Thomas Böhl, Oerrel

 

Beim Nadelholz ist es manchmal möglich, am liegenden Stamm zu ernten, wenn in zugelassenen Beständen Holz eingeschlagen wird und die Bäume einen entsprechenden Zapfenbehang aufweisen. Dies reduziert erheblich die Erntekosten. (Beschränkt auf alte Fichten-, Kiefern-, Douglasien- und Lärchenbestände, in denen das Stammholz genutzt wird.)

 


Kiefernzapfenernte am liegenden Stamm

 

Bevor die Zapfen am liegenden oder am stehenden Stamm geerntet werden muss überprüft werden, ob eine Ernte überhaupt lohnend ist. Hierzu werden einige Zapfen längs aufgeschnitten, damit man die gesunden Samen zählen kann. Ab 3-4 gesunde Samen pro Schnitthälfte bei Douglasie ist die Beerntung lohnend.


Aufgeschnittene Douglasie - Zapfen

Die Buche wird fast ausschließlich mit Netzen beerntet. Die gut fruktifizierenden Bäume in einem Bestand werden mit Netzen unterlegt (Mitte – Ende September). Ab Mitte Oktober (nach Abfall der Eckern) werden die Netze eingeholt und die Bucheckern mit Spezialmaschinen aus dem Laub- und Zweiggemisch (und sonstigen Verunreinigungen) im Wald aussortiert.
Die Netzernte der Bucheckern wird z.T. durch die jeweiligen Forstämter mit deren Personal, z.T. mit privaten Spezialunternehmen durchgeführt.

Die Eicheln der Stiel-, Trauben- und Roteiche werden per Hand von Sammlern im Herbst aufgelesen. Diese Sammler werden von den Forstämtern genau in die Bestände eingewiesen und entsprechend überwacht, so dass ein Sammeln in nicht zugelassenen Beständen unterbleibt.

Ein weiteres Ernteverfahren, welches von der Samendarre angewendet wird, ist das Rütteln von Bäumen mit einem Baumrüttler (Vogelkirsche, Hainbuche, Esche, Linde, Ahorn, Rotbuche). Das Verfahren hat sich gut bewährt, kann aber nur bei Windstille angewendet werden und nur, wenn die Samen voll ausgereift sind und kurz vor dem natürlichen Abfallen stehen. Stämme und Wurzeln der Bäume werden durch sorgfältiges und schonendes Arbeiten nicht beschädigt.


Baumrüttler

Der Ernte selbst gehen eine Reihe von vorbereitenden Arbeiten voraus:

  • Besichtigung der Erntebestände zur Einschätzung der Mast ( Mast = Fruchtbildung beim Laubholz oder des Behangs, Zapfenbildung beim Nadelholz) um die Wirtschaftlichkeit der Ernte beurteilen zu können.
  • Absprachen mit den Forstämtern oder Waldeigentümern über die Pachtbedingungen, Zeitpunkt der Ernte, Einsatz des Personals, Erntefirmen, Einrichtung von Sammelstellen, Lagerungsmöglichkeiten des Saatgutes/Zapfen bis zum Abtransport.
  • Beantragung der Stammzertifikate bei den zuständigen Regierungspräsidien in Absprache mit den Forstämtern.
  • Sonstige Angelegenheiten.