Fuehrung

Aufbereitung
UT SEMEN FECERIS, ITA METES - WIE DU DEN SAMEN BEREITEST, SO WIRST DU ERNTEN

Aufbereitung von Nadelholzsamen am Beispiel Douglasie

Lagerung der Zapfen
Nach der Ernte der Zapfen (ab Mitte August bis Anf. September) werden diese zur Darre transportiert und im sog. Zapfenspeicher gelagert.
Der Zapfenspeicher ist so ausgelegt, dass die Zapfen über die Vorreinigung laufen (zum Abrütteln von Nadeln und sonstigen Verunreinigungen) und dann über eine Förderanlage in Einzelboxen gelangen. Die Einzelboxen ermöglichen eine getrennte Lagerung im gleichen Speicher nach der Herkunft.


Transport der geernteten Zapfen zur Darre


Einbringen der Ernte in das Zapfenlager

Die Lagerung hat einen doppelten Zweck:Den Samenkörnern im Zapfen soll die Möglichkeit der Nachreife gegeben werden die Zapfen sollen einen Teil ihres Wassergehaltes schon im Zapfenspeicher abgeben.


Ruhephase zum Nachreifen der Zapfen (Fichte)

Die Klengung der Zapfen (= Gewinnung der Samen aus den Zapfen)

Nach einer gewissen Lagerzeit werden die Zapfen in die Darre zur weiteren Behandlung gebracht. Hier werden sie auf Horden (Siebbleche) gelagert und in den Trockner eingefahren.

Trockenmaschine
Trockenmaschine
Zapfen auf der Horde, (abmehmbare Siebbleche)
fertig zum Einfahren in den Trockner.

Die Zapfen werden mit entfeuchteter, erwärmter Luft behandelt, bis sich die Schuppen abspreizen und die Samen herausfallen können. Die Lufttemperatur kann je nach Öffnungszustand der Zapfenschuppen zwischen +30° C und +50° C variiert werden. Dieser Trocknungsvorgang dauert 6 - 8 Std. Nach Beendigung des Trocknungsvorgangs gelangen die Zapfen in die Entsamungsanlage (rotierende Trommel).
Durch die Rotation der Trommel werden die Zapfen gerüttelt und bewegt, was das Herauslösen der Samen fördert und beschleunigt. Der Trommelmantel ist mit schlitzförmigen Öffnungen versehen, durch die die Samen die Trommel verlassen und in die weiteren Bearbeitungsstufen gelangen. Die leeren Zapfen gelangen über ein Förderband in den Leerzapfen-Raum und werden zur Erzeugung von Warmwasser einem Zweistoff-Heizkessel (Öl oder Leerzapfen) zugeführt und dort verbrannt. Der Heizkessel sorgt für die Energieversorgung des Trockners (Warmwasserheizregister für Hochtemperaturtrocknung von Nadelholzzapfen) sowie der Entsamungsmaschine (Trommel) und zum Beheizen der Halle. In der Regel reicht die Energie der Zapfen aus, so dass mit den Leerzapfen ein Heizkreislauf geschlossen wird.
Es ist selbstverständlich, dass bei der Verbrennung der Leerzapfen die gesetzlich vorgeschriebenen Emissionswerte eingehalten werden.

Die noch mit ihren Flügeln behafteten Samen gelangen von der Trommel über die Vorentflügelung in die Entflügelungsmaschine, wo durch eine rotierende Welle, die Flügel abgeschlagen werden. Über ein Förderband wird das entflügelte Produkt auf den Saatgutreiniger gegeben. Durch Siebe und Luftstrom werden Verunreinigungen sowie hohle und zerbrochene Samenkörner von den vollen Samen getrennt. Über ein Querband gelangt das hochgereinigte Saatgut auf das Förderband welches die Waage beschickt, die das Produkt zur Abwiege- und Verpackungsstation dosiert. Das fertige Saatgut wird entweder sofort an die Verbraucher ausgeliefert, oder wird bis zur Verwendung im Kühlraum bei -5°C eingelagert.
Der Wassergehalt der Samen liegt zu diesem Zeitpunkt bei etwa 5 - 7%.

Die Ausbeute aus 100kg Douglasien - Zapfen beträgt ca. 0,7 kg reines Saatgut, welches vor dem Aussäen allerdings noch ca. 3 – 4 Wochen feucht-kalt gelagert werden muss, damit es in der Baumschule üppig keimt.


Nadelbaum - Samen bester Qualität
in Flaschen gelagert


Hochgereinigte Bucheckern auf dem Förderband

 

Laubholz - Trocknung des Saatgutes für die Einlagerung am Beispiel Buche

Die Buche fruktifiziert, wie übrigens die meisten Waldbaumarten, in unregelmäßigen Abständen von 3 - 7 Jahren. Um den Bedarf nachhaltig decken zu können, muss bei gutem Fruchtansatz (Mast)  so viel Saatgut gesammelt werden, daß die Jahre, in denen die Buche nicht fruktifiziert, überbrückt werden können. Während die langfristige Lagerung von Nadelholzsamen seit langem möglich ist, gelang dies bei der Buche erst in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts. Solange konnte man die Bucheckern nur über den Winter bis zur Aussaat im Frühjahr lagern, danach verloren sie so schnell an Keimfähigkeit, dass eine längere Lagerung zwecklos war. Versuche aus Polen, Frankreich und der Samendarre Wolfgang brachten schließlich den Durchbruch sowohl für die langfristige Lagerung als auch für den Abbau der Keimhemmung. Man trocknete die Bucheckern unter 10% Wassergehalt und lagerte sie bei -5°C im Kühlhaus ein. Die Keimfähigkeit konnte nach dieser Methode über mehrere Jahre zufriedenstellend erhalten werden. Auf dieses Verfahren wurde beim Neubau der Darre ( 1992 – 94 ) die Technik abgestimmt.

Wenn die Bucheckern aus dem Wald vorgereinigt bei der Darre ankommen, werden sie, wenn sie nicht sofort die Trocknung durchlaufen können ( z.B. wegen zu großer Mengen ), zunächst im Kühlhaus bei ca. 0°C gelagert. Die geringe Temperatur verhindert bei nassem Saatgut die Ausbreitung von Schimmelpilzen. Saatgut, das im Frühjahr für die Aussaat vorgesehen ist, wird auf einen Wassergehalt von ca. 30% gebracht und in diesem Zustand gehalten, bis die Keimhemmung abgebaut ist (ca.10 - 14 Wochen, je nach Saatgutpartie unterschiedlich). Dann werden diese Samen, damit sie nicht vorzeitig keimen, bei geringen Minustemperaturen bis zur Aussaat eingelagert. Saatgut, welches für mehrere Jahre gelagert werden soll, wird auf ca. 10% Wassergehalt heruntergetrocknet.
Da höchstens mit einer Trocknungstemperatur von 18 - 20°C gearbeitet werden darf, um die Samen nicht zu schädigen, kann mit einer Trocknungszeit von etwa 25 - 30 Stunden je nach Anfangsfeuchte der Bucheckern gerechnet werden. Danach gelangt das Saatgut dann nochmals in eine Reinigungsmaschine zur Hochreinigung. Staub, sonstige Verunreinigungen, Hohlkorn und Bruchkorn werden über Siebe und Steigsichter  (hier werden die Bestandteile, die leichter als das volle Samenkorn sind durch Luftstrom abgeblasen)  ausgereinigt. Das in Polyäthylen eingeschweißte Saatgut wird schließlich ins Kühlhaus gebracht und dort bei  -5° bis -10°C  eingelagert.